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Welche Kaffeearten gibt es ?
geschrieben von Clémence
Espresso, Flat White, Latte Macchiatto… Fällt es Ihnen schwer, die verschiedenen Kaffeesorten zu erkennen? Wir erklären Ihnen alles! Je nach Land und Geschmack können sich die Rezepte ändern. Wir bieten Ihnen hiermit einen praktischen Leitfaden, der die beliebtesten koffeinhaltigen Getränke in groben Zügen beschreibt.
- Kaffeebohnensorten: Arabica vs. Robusta
- Bei den folgenden Rezepten erfahren Sie jeweils, welche Bohne sich am besten eignet.
- Die Klassiker unter den Kaffeespezialitäten
- Kaffeespezialitäten mit Milch
- Kaffeespezialitäten aus aller Welt
- Kaffeearten in Spanien, Frankreich und Portugal
- Andere Zubereitungsmethoden
- Häufige Fragen zu den Kaffeearten
Kaffeebohnensorten: Arabica vs. Robusta
Um Ihnen zu helfen, das koffeinhaltige Getränk zu wählen, das am besten zu Ihnen passt, zeigen wir Ihnen auch, welche Kaffeebohnen sich für welche Zubereitungsart eignen: Röstfarbe, Arabica, Robusta oder auch ein Blend aus beiden. Denn die Wahl der Kaffeesorte beeinflusst jedes der folgenden Rezepte maßgeblich.
Arabica zählt zu den am häufigsten angebauten Kaffeesorten weltweit und stammt ursprünglich aus dem äthiopischen Hochland, wurde aber nach seinem historischen Anbaugebiet auf der arabischen Halbinsel benannt. Robusta hingegen hat seinen Ursprung in Zentralafrika und überzeugt durch einen kräftigeren, bittereren Geschmack sowie einen höheren Koffeingehalt.
| Merkmal | Arabica | Robusta |
|---|---|---|
| Geschmack | Fein, aromatisch | Kräftig, bitter |
| Koffein | Niedrig | Hoch |
| Säure/Bitterkeit | Eher säurebetont | Eher bitter |
| Ursprung | Äthiopien | Zentral/Westafrika |
Bei den folgenden Rezepten erfahren Sie jeweils, welche Bohne sich am besten eignet.
Die Klassiker unter den Kaffeespezialitäten
Wenn es um Kaffee geht, sind die Geschmäcker verschieden. Dennoch gibt es einige Kaffeearten, die auf fast jeder Karte zu finden sind.
Espresso (30 ml)
Dieser Kaffee ist der bekannteste von allen. Es ist eine sehr kräftige Kaffeespezialität mit einem starken Aroma.
Er wird durch Perkolation unter hohem Druck hergestellt. Heißes Wasser wird mit einem Druck von 9 bar durch fein gemahlenen und gerösteten Kaffee geleitet, wobei der richtige Mahlgrad entscheidend für Crema und Geschmack ist.
Für einen traditionellen Espresso empfiehlt sich ein stark gerösteter Robusta.
Ristretto (22 ml)
Ristretto ist ein kurzer Espresso, der im Deutschen oft als „ein Kurzer“ bezeichnet wird. Er ist eine konzentrierte und dunkle Version des Espressos.
Ein Caffè Ristretto wird mit derselben Menge Kaffeebohnen wie ein Espresso gebrüht, allerdings nur mit halb so viel Wasser.
Wer einen Ristretto wie in Italien genießen möchte, greift am besten zu Robusta.
Doppelter Espresso (60 ml)
Ein doppelter Espresso, auf Italienisch „Espresso Doppio“, wird aus mehr gemahlenem Kaffee hergestellt und in einem einzigen Durchgang gebrüht. So bekommt man mehr Espresso.
Er ist in Italien und Frankreich Standard, in Deutschland aber weniger verbreitet als der klassische Espresso.
Bei dieser Kaffeesorte sind Arabica- und Robusta-Bohnen gleichermaßen geeignet.
Kaffeespezialitäten mit Milch
Hierzu zählen alle Milchgetränke auf Kaffeebasis. Der Unterschied zwischen diesen Kaffeespezialitäten liegt im Milch-Kaffee-Verhältnis, aber auch in der Textur der Milch und der Konzentration des Kaffees.
| Getränk | Espresso-Menge | Milch-Menge | Milchschaum |
|---|---|---|---|
| Cappuccino | 60 ml | 120 ml | Dicke Schicht |
| Latte Macchiato | 30 ml | 180 ml | Leicht |
| Mocaccino | 30 ml | 145 ml | Etwas mehr als beim Cappuccino |
| Flat White | 60 ml | 120 ml | Fein und cremig |
| Espresso Macchiato | 30 ml | 20 ml | Ein Löffel |
Cappuccino – 60 ml Espresso, 120 ml Milch
Der in Italien geborene Cappuccino ist ein Espresso mit heißer Milch und gedämpftem Milchschaum. Im Vergleich zum Caffè Latte wird deutlich weniger Milch verwendet, dafür bedeckt eine dicke Schaumschicht die Oberfläche. Robusta eignet sich hervorragend für diese Kaffeesorte.
Latte Macchiato – 180 ml Milch, 30 ml Espresso
Latte Macchiato vereint Milch, Milchschaum und Espresso zu einem milden, cremigen Getränk. Er wird meist in einem durchsichtigen, doppelwandigen Glas serviert, damit die Schichten sichtbar bleiben. Gut gekühlte Vollmilch sorgt für den besten Schaum.
Mocaccino – 15 ml Schokolade, 30 ml Espresso, 145 ml Milch
Der Mocaccino, auch Caffè Mocha genannt, kombiniert Espresso, heiße Milch und Kakao oder flüssige Schokolade. Er hat traditionell etwas mehr Milchschaum als ein Cappuccino. Kakaopulver oder weiße Schokolade lassen sich je nach Laune ergänzen.
Flat White – 60 ml Espresso, 120 ml dampfende Milch
Der Flat White ähnelt im Milch-Kaffee-Verhältnis dem Latte Macchiato oder Cappuccino, schmeckt aber intensiver. Entscheidend ist die Textur der Milch, denn sie wird gedampft und die obere Schicht mit den unteren vermischt. Robusta passt hier besonders gut.
Espresso Macchiato – 30 ml Espresso, 20 ml Milch
Der aus Italien stammende Espresso macchiato ist ein Espresso mit wenig Milch und Milchschaum, aromatischer als ein Cappuccino. Macchiato bedeutet „markiert“, denn die Milch hinterlässt sichtbare Spuren auf der Crema. Ein Löffel aufgeschäumte Milch genügt.
Kaffeespezialitäten aus aller Welt
Manchmal muss die Kaffeekarte erneuert werden. Was bietet sich da besser an, als bei den Nachbarn zu schauen?
Americano (25 ml Espresso, 125 ml Wasser)
Der Americano ist ein Erbe des Zweiten Weltkriegs: Amerikanische Soldaten in Italien verdünnten den kräftigen Espresso mit heißem Wasser, um ihn dem gewohnten Filterkaffee anzunähern. Er unterscheidet sich vom doppelten Espresso durch eine zusätzliche Menge heißes Wasser und schmeckt dadurch milder, ideal zum Frühstück. Zubereitung: Espresso in eine Tasse heißes Wasser geben. Arabica-Kaffee sorgt hier für ein reichhaltigeres Aroma.
Wiener Kaffee: österreichische Kaffeespezialitäten
Der Wiener Kaffee stammt, wie der Name verrät, aus Österreich: ein Espresso, garniert mit Schlagsahne, manchmal ergänzt durch etwas Milch, Vanille, Schokolade oder Zimt. Sowohl Arabica- als auch Robusta-Kaffeesorten passen hier gut, die Besonderheit liegt vor allem in der Crema.
Irish Coffee: Kaffeespezialität mit Alkohol
Irish Coffee, eine Kombination aus Whisky und Sahne, wurde während des Zweiten Weltkriegs in Irland kreiert. Zubereitet wird er mit Filterkaffee, braunem Zucker, Irish Whiskey und Sahne, ergänzt durch beliebige Toppings. Ob Arabica oder Robusta besser passt, hängt ganz von Ihrem Geschmack ab.
Affogato: Kaffeearten aus Italien
Der Affogato ist eigentlich mehr Dessert als Kaffee: eine Kugel Vanilleeis, getaucht in heißen Espresso, ganz nach italienischer Tradition. Liköre, Kakaopulver oder Schlagsahne sind beliebte Ergänzungen. Sowohl Arabica- als auch Robusta-Bohnen eignen sich gleich gut.
Iced Coffee / Eiskaffee
Iced Coffee oder Eiskaffee, eine Variante des Frappé, stammt aus den USA und wird eisgekühlt serviert. Zubereitung: Espresso mit Eiswürfeln aufgießen, oder Espresso mit kaltem Wasser mehrere Stunden ziehen lassen. Ein kräftiger Robusta bewahrt dabei die Kaffeearomen trotz Eiswürfeln oder Wasser.
Türkischer Kaffee: Kaffeespezialität aus der Cezve
Türkischer Kaffee wird in einer Cezve, einem kleinen Kupferkännchen, zubereitet und verlangt einen besonders feinen Mahlgrad, fast pudrig. Kaffee, Wasser und Zucker werden langsam erhitzt, bis sich Schaum bildet, und ungefiltert serviert, sodass sich der Kaffeesatz am Tassenboden absetzt. Der Koffeingehalt fällt dabei höher aus als bei Filterkaffee. Ein kräftiger, dunkel gerösteter Arabica passt hier besonders gut.
Kaffeearten in Spanien, Frankreich und Portugal
Auch bei unseren europäischen Nachbarn gibt es spannende Kaffeespezialitäten zu entdecken.
Café bombón
Der Café bombón stammt aus Spanien und besteht aus zwei Schichten: Espresso und gezuckerter Kondensmilch. Die Kondensmilch wird zuerst ins Glas gegeben, der heiße Espresso darübergegossen. So entstehen zwei Schichten, die sich erst beim Trinken vermischen. Diese Kaffeesorte ist herrlich süß und eignet sich perfekt als kleiner Energieschub am Nachmittag.
Café au lait
Der Café au lait ist der französische Klassiker zum Frühstück. Er besteht aus Filterkaffee mit viel warmer Milch, meist im Verhältnis eins zu eins. Traditionell wird er in einer großen Schale serviert, gerne zum Eintauchen von Croissants. Robusta-Kaffee eignet sich hier besonders gut, da sein kräftiges Aroma auch mit viel Milch nicht verloren geht.
Galão
Der Galão kommt aus Portugal und ähnelt einem Milchkaffee, ist jedoch milder. Er wird mit wenig Espresso und viel Milch in einem hohen Glas serviert, die Schichten bleiben gut sichtbar. Diese Kaffeespezialität eignet sich ideal für alle, die einen sanften, milchigen Geschmack bevorzugen und trotzdem nicht ganz auf Kaffee verzichten möchten.
Andere Zubereitungsmethoden
Nicht nur die Bohne, auch die Zubereitung prägt den Geschmack. Wer über Espressomaschine und Filterkaffee hinausgehen möchte, findet einige Methoden, die jeweils einen ganz eigenen Charakter in die Tasse bringen:
- Herdkanne (Moka): Der italienische Klassiker, am bekanntesten durch die Marke Bialetti. Auf dem Herd drückt aufsteigender Wasserdampf das Wasser durch das Kaffeemehl und brüht einen kräftigen, espressoähnlichen Kaffee. Empfohlen wird ein mittelfeiner Mahlgrad. Achtung, zu fein, und der Kaffee wird bitter.
- Pour-over (Handfilter): Heißes Wasser wird von Hand langsam und in Kreisen über das Kaffeemehl gegossen. Der Kaffee läuft durch ein Papier-Filter, das Öle und feine Partikel zurückhält, und wird dadurch besonders klar und aromatisch. Zu den bekanntesten Geräten zählen die Chemex, eine Glaskanne mit besonders dickem Filter für einen sehr sauberen, leichten Kaffee, und der V60 von Hario, ein gerillter Handfilter, der mit etwas Übung einen ausgewogenen, feinen Filterkaffee liefert. Pour-over eignet sich besonders für helle Röstungen mit fruchtigen und floralen Noten.
- French Press (Stempelkanne): Das Kaffeemehl zieht mehrere Minuten direkt im heißen Wasser und wird anschließend mit einem Metallsieb nach unten gedrückt. Da kein Papier-Filter zum Einsatz kommt, bleiben mehr Öle erhalten. Das Ergebnis ist ein vollmundiger, kräftiger Kaffee. Hier empfiehlt sich ein grober Mahlgrad.
Häufige Fragen zu den Kaffeearten
Welche Kaffeebohnen gibt es?
Es gibt vier Hauptsorten: Arabica und Robusta sind am bekanntesten, dazu kommen Liberica und Excelsa. Jede Kaffeesorte hat einen eigenen Charakter, von fein und aromatisch bis kräftig und erdig. Filterkaffee wird meist aus Arabica-Bohnen zubereitet.
Welche deutschen und italienischen Kaffeemarken gibt es?
Deutsche Kaffeemarken wie Dallmayr, Jacobs oder Tchibo setzen auf milde, ausgewogene Röstungen. Italienische Kaffeemarken wie Lavazza, illy oder Segafredo hingegen stehen für kräftige, dunkel geröstete Espresso-Blends mit ausgeprägter Crema.
Welcher Kaffee hilft bei Sodbrennen?
Bei empfindlichem Magen eignet sich säurearmer, dunkel gerösteter Kaffee besser als helle Röstungen. Robusta-Bohnen enthalten oft weniger Säure als Arabica. Auch milder Filterkaffee statt Espresso wird häufig besser vertragen.
Was ist der Unterschied zwischen Barista-Kaffee und normalem Kaffee?
Barista-Kaffee wird von geschulten Fachleuten mit hochwertigen Kaffeebohnen und präziser Technik zubereitet, oft mit kunstvollem Milchschaum. Normaler Kaffee entsteht meist automatisch, ohne diese individuelle Handwerkskunst und Sorgfalt.
Ob kräftiger Espresso, cremiger Latte Macchiato oder süßer Café bombón: Die Welt der Kaffeearten ist riesig und für jeden Geschmack ist etwas dabei. Probieren Sie sich durch und entdecken Sie Ihre neue Lieblings-Kaffeespezialität.
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